Offshore-Windkraftausbau

Windkraft

Alternative Energiegewinnung in der Krise: Die Bundesregierung muss ihre bis 2020 gesetzten Ziele zur Stromgewinnung über Offshore-Windparks in der Nordsee deutlich nach unten korrigieren. Schuld ist sowohl die nachlassende Förderung, als auch die dadurch erschwerte Finanzierung geplanter Windparks. Die Folgen dieser Fehlkalkulation sind Kosten in Millionenhöhe, die von den Stromkunden mitgetragen werden müssen.

Hoch gesteckte Ziele weit verfehlt

Laut den offiziellen Plänen der Bundesregierung sollten die in der Nordsee installierten Offshore-Windparks bis zum Jahr 2020 eine Leistung von 10.000 Megawatt liefern. Zu diesem Zwecke wurden großflächig Anschlüsse und neue Kabelverteilungen angelegt. Doch die Branche schwächelt. Gemäß der Angaben der Stiftung Offshore-Windenergie, einem offiziellen Sprachrohr der Branche, sind tendenziell eher 6.000 bis 8.000 Megawatt als höchstes Ergebnis realistisch. Zurzeit jedoch beläuft sich die gelieferte Energie gerade einmal auf knapp 2.900 Megawatt. Lediglich diese Anlagen verfügen bisher über eine gesicherte Finanzierung, sodass die Ziele deutlich zu hoch gesteckt erscheinen.

Fehlende Förderung ab 2017

Dieser Einbruch in der Branche liegt vor allem an den Förderkonzepten der Bundesregierung. Nur bis zum Jahre 2017 ist eine angemessene Förderkondition festgeschrieben, was viele mögliche Investoren von weiteren Investitionen abhält. Bis ins Jahr 2017 gilt das sogenannte Stauchungsmodell. Bei diesem über acht Jahre angelegten Modell wird zunächst die Kilowattstunde mit bis zu 19 Cent vergütet. Im Anschluss daran wird die Vergütung allerdings auf 13,6 Cent absinken. Die von den Investoren geforderte Verlängerung oder Erhöhung der Vergütung müsste hierbei ebenfalls von den Stromkunden getragen werden. Über die Ökostromumlage würden diese Kosten komplett auf die Stromkunden umgelegt. Hier sind insbesondere Privathaushalte betroffen, da Unternehmen eine Befreiung von der Ökostrom-Umlage beantragen können, wovon viele in jüngster Zeit bereits Gebrauch gemacht haben.

Teure Anschlüsse belasten die Stromkunden

Für den Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee und der Ostsee wurden bereits im Vorfeld passende Netzanschlüsse für die Windparks installiert. Diese Anschlüsse würden bei einem Nichterreichen der Ausbauziele ebenfalls weitere Kosten verursachen. Denn diese Anschlüsse müssen gezahlt werden, unabhängig davon, ob Strom durch sie fließt oder nicht. Dementsprechend könnten auf den Verbraucher weitere Kosten von 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro zukommen. Diese Kosten drohen bereits ab dem Jahr 2016, falls der Ausbau der Offshore-Windparks nicht konsequent vorangetrieben würde. Auch diese Kosten müssten von den Verbrauchern über das Netzentgelt abgegolten werden, was einen deutlichen Anstieg der Stromkosten nach sich ziehen dürfte. Dementsprechend ist es im Interesse der Stromverbraucher, einen schnellen und vor allem konsequenten Ausbau der Offshore-Windparks zu fordern.

Ökologisch sinnvoll – doch der Investitionsgeist schwächelt

Auch wenn die offiziellen Ziele der Bundesregierung bisher noch nicht angepasst wurden, scheint ein Erreichen dieser Ziele immer unwahrscheinlicher. Wichtig ist jedoch, dass weiterhin konsequent an einem Ausbau dieser Windparks gearbeitet wird, um die Kosten für den Verbraucher so gering wie möglich zu halten. Dabei ist es eher zielführend, über die Ökostrom-Umlage eine leichte Erhöhung der Kosten in Kauf zu nehmen und damit Investoren anzulocken, als über Jahre hinweg höhere Kosten durch das Brachliegen der vorhandenen Netzanschlüsse zu generieren. Dementsprechend müssen von der Bundesregierung nicht nur die aktuellen Ziele angepasst, sondern auch Mittel zu deren Durchsetzung bereitgestellt werden.

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